• 5. März 2020

Elternschaft ruft in mehreren Städten zu Demos auf

Der Jugendamtselternbeirat (JAEB) in Bielefeld und der Stadtelternrat Mülheim/Ruhr, dahinter stecken gewählte Elternvertreter von Kita-Kindern der jeweiligen Städte, rufen für Mittwoch, 11. März 2020, zu Demonstrationen auf.

Die Demonstration in Bielefeld unter dem Motto „Mehr Qualität UND weniger Beiträge“ beginnt um 15 Uhr am Kesselbrink und zieht von dort aus zum alten Rathaus, wo um 16 Uhr die Politiker des Jugendhilfeausschusses debattieren. In Mülheim wird unter dem Motto „Mehr Qualität in der Kinderbetreuung“ ab 15 Uhr auf dem Rathausmarkt demonstriert. Die Demonstrationen sollen der Anfang von mehreren Aktionen der Kita-Elternschaft in NRW sein.

In beiden Städten, aber auch NRW-weit, soll die Kita-Politik zum Thema gemacht werden. „Als gewählte Elternvertreter hören wir immer wieder, wo der Schuh drückt. Die Politik muss nun endlich handeln“, so Daniela Heimann, Vorsitzende des Stadtelternrates Mülheim. Die Organisatoren rechnen mit mehreren hundert Eltern, die auf die Straße gehen. In Bielefeld wird die Demonstration vom Verbund der JAEBs OWL, welcher die Elternvertretungen im Regierungsbezirk Detmold bündelt, unterstützt.

Aus Sicht der Elternvertreter läuft gleich mehreres schief. „Wir brauchen dringend eine Ausbildungsoffensive im Erzieherbereich sowie eine angemessene Vergütung der Erzieherausbildung. Neue Kitas bauen hilft nichts, wenn kein Personal dafür da ist“ sagt Susann Purucker, die den JAEB Bielefeld im Jugendhilfeausschuss der Stadt vertritt.

Gleichzeitig wehren sich die Eltern gegen die ständig weiter steigenden Kita-Gebühren, die Familien immer stärker belasten. „Die Elternbeitragssatzungen müssen dringend überarbeitet werden. Aktuell steigen die Beiträge jedes Jahr automatisch um 1,5 Prozent in Bielefeld und in Mülheim sogar um 3 Prozentpunkte bei gleichen Einkommensgruppen. Das ist ungerecht und unsozial“, so Maximilian Schröder, Mitglied des JAEB Bielefeld. Dort hatte die Elternvertretung mehrfach auf die Problematik hingewiesen. Die Politik lehnte eine Änderung jedoch mehrheitlich ab.

Sorge bereitet den Elternräten die zunehmende Überbelegung in den Kitas. „Wir beobachten die Entwicklung seit geraumer Zeit mit Sorgen. Als vorrübergehende Notlösung sind Überbelegungsplätze okay, aber es darf nicht zum Standard werden“, so Heimann, die ebenfalls Mitglied im Landeselternbeirat NRW ist. Die Elternvertreter fordern, dass mehr Betreuungsplätze in zusätzlichen Kitas geschaffen und die Genehmigungsverfahren für neue Kita-Bauvorhaben beschleunigt werden.

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